Tagebuch eines Zwei-Katzen-Haushaltes

Katzenzusammenführung - aus 1 mach 2

Unsere heutigen Hauskatzen sind entegen der landläufigen Meinung keine Einzelgänger.
Erst durch einen Katzenpartner kann sich das gesamte Verhaltensrepertoire einer Hauskatze entfalten.

Nach drei Büchern über "Mehrkatzen-Haushalte" (ich gehöre noch zu der Generation, die meint fast jedes Problem mit dem Lesen von Büchern lösen zu können...) und unzähligen Stunden im Internet (ich gehöre schon zu der Generation, die meint fast jedes Problem "ergoogeln" zu können...) bin ich tja, fast genau so schlau wie zuvor...

Erste Erkenntnis: es kann klappen, muss aber nicht....

Zweite Erkenntnis: man braucht 1. viel (manchmal sehr viel) Geduld und 2. starke (manchmal sehr starke) Nerven.

Das oberste Gebot: Keinen Druck ausüben, sensibel beobachten, nie die Geduld verlieren, sich nicht einmischen, den Tieren die Zeit lassen, die sie brauchen.

Ha, wenn das ALLES ist - no problemo ;-)

Wer zu wem?

Bei der Auswahl einer zweiten Katze sollte man sich weniger von Rasse oder Fellfarbe leiten lassen, sondern vom Charakter und Alter der Erstkatze.

Immer nach dem Motto "gleich und gleich gesellt sich gern". Also ähnlicher Charakter und etwa gleichaltrig hat die besten Chancen.

Etwas anders verhält es sich mit dem Geschlecht: in der Regel kommen Kater mit Kätzinnen als Neuzugang besser aus als umgekehrt. Aber auch zwei Kater oder zwei Kätzinnen können ein "Dreamteam" werden.

Falsch ist der Glaube, dass Kätzinnen immer mit Jungtieren auskommen (von wegen Mutterinstinkt), das ist eher eine glückliche Ausnahme.

Die Zusammenführung - Der Idealfall
(nur für sehr mutige Menschen)

Man kommt mit der "Neuen" nach Hause, lässt sie aus dem Transportkörbchen, tut so als wenn überhaupt nichts passiert ist (Wieso, die ist doch schon immer da!) und geht zur Tagesordnung über.

Die beiden Katzen belauern sich... fauchen, buckeln und knurren ein bisschen... und das war´s.

Soll schon vorgekommen sein!!!

Die Zusammenführung - Der Normalfall
(für normalmutige Menschen)

Bevor die "Neue" ins Haus kommt sollte alles vorbereitet sein.

Das bedeutet 2 Fressnäpfe, mehrere Wasserstellen, mindestens 2 Katzentoiletten und genügend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten.

Man sollte seiner Katze eine Woche vorher schon das gleiche Futter geben (geruchliche Annäherung) und man sollte seiner Katze immer wieder von der "Neuen" erzählen (ich bin sicher Dante hat unsere Pläne sehr genau verstanden, sein Verhalten gegenüber den neuangeschafften Sachen und uns war in den letzten Tagen eindeutig)

Jemand anders sollte die "Neue" in die Wohnung bringen (sonst könnte es die "Alte" sehr persönlich nehmen...)

Die "Neue" sollte erstmal die Gelegenheit haben, sich alleine in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

Man sollte sie in der Nähe der Katzentoilette rauslassen, damit sie 1. gleich weiß, wo diese ist...und 2. gleich feststellt, hier wohnt noch eine andere Katze.

Die erste Begegnung

Anfängliches Buckeln, Fauchen und Knurren ist vollkommen NORMAL...

Schließlich ist da plötzlich jemand der fremd riecht im eigenen Revier, diese Situation schafft Unsicherheit und Ablehnung.
Außerdem muss der "Alte" jetzt klarmachen, welche Zumutung die "tolle Idee mit der Zweitkatze" aus seiner Sicht ist!!!!

Erstmal jedenfalls wird der "Neuen" klargemacht, hier ist meine persönliche Grenze, die überschreitest du besser nicht, hier ist mein Platz etc.

Die "Neue" hingegen ist verunsichert und kann noch nicht einschätzen, ob ihr in dieser Situation Gefahr droht.

Nicht aufgeregt sein (ha!), beruhigend mit den Katzen reden, eventuell beschwichtigen.

NICHT (oder nur im absoluten Notfall) dazwischengehen!

Wenn ein Eingreifen notwendig wird (wegen Verletzungsgefahr einer katze) nicht selbst dazwischen gehen, sondern Krach machen (in die Hände klatschen, eine Tür zuwerfen) oder ein Tuch dazwischen werfen.

Die ersten Tage

Leider ist es meistens mit dem Buckeln, Fauchen und Knurren selten nach einigen Stunden vorbei!

Im Normalfall kann das "Spiel" einige Tage bis zu zwei Wochen dauern.
Da sind Gduld und starke Nerven gefragt!

Die Erstkatze hat nunmal das "Hausrecht" und sie sollte in der ersten Zeit bevorzugt behandelt werden. Sie muss merken, dass die "Neue" ihr nichts wegnimmt.

Wichtig ist, in diesen Tagen viel Zeit für die Katzen zu haben, meistens nur um zu beobachten, aber auch: beruhigend zureden, beschwichtigen, "durchknuddeln" , gemeinsam spielen.

Die Zusammenführung - es gibt Krach!

Wenn die erste Begegnung gleich in einer wilden Verfolgungsjagd oder heftigen Prügelei endet, muss man die Katzen räumlich trennen.

Für die "Neue" sollte dann ein eigenes Zimmer mit gemütlichen Schlafplatz, Futternäpf und Toilette eingerichtet werden.

Nach und nach darf die "Neue" dann die Wohnung besichtigen, während die Erstkatze im Zimmer der "Neuen" weggeschlossen wird.

Die "Reviere" werden so öfter getauscht. Nach einiger Zeit ist der Geruch dann schon gar nicht mehr soo fremd und es ist Zeit für einen neuen Versuch...

 


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